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Bietigheim-Bissingen 2007 |
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OTTO-KONZ-STRASSE |
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Die Straße wurde benannt am 14. 11. 1967. |
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"Otto Friedrich Karl Konz (* 24. Mai 1875 in Tübingen, † 15. Juni 1965 in Stuttgart) war ein deutscher Wasserbauingenieur, der als Schöpfer des Neckarkanals gilt." (Quelle: Wikipedia) |
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![]() Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), 19. Mai 1984 Der Vater des NeckarkanalsDie Otto-Konz-Straße in Bietigheim(rh). "Mein Schicksalsstrom ist der Neckar!", ist in seinen "Lebenserinnerungen" zu lesen. Nicht nur weil Otto Friedrich Karl Konz, seine Frau und sein Sohn alle an seinen Ufern geboren sind. "Der Neckar ist der Inhalt meines beruflichen Lebens", heißt es weiter aus der Feder des Vaters des Neckarkanals. Otto Konz ist es zu verdanken, daß der Neckar von Mannheim bis Plochingen so rasch schiffbar gemacht wurde, trotz aller Schwierigkeiten, mit denen der mutige Ingenieur und Schwabe zu kämpfen hatte. Das "Ottole" kam am 24. Mai 1875 im Gasthaus "Zum Pfauen" in der Tübinger Kornhausgasse zur Welt. Sein Vater war Bäcker und hatte von seinem Vater genügend Geld mitbekommen, sich eine eigene Existenz aufzubauen. So erging es auch Friedrich Konz, dem Onkel von Otto, der in Bissingen Betreiber der Ölmühle war. Erste Berührung mit "öffentlichen Wassern", wie Otto Konz selbst erzählt, machte er als "Buale", als er nach dem "Kinderschüle" auf dem Heimweg in den Ammerkanal stürzte und so weit mitgerissen wurde, daß ihn seine Kameraden nicht mehr sahen. "S'Konza Ottole isch versoffa", brüllten sie beim Davonrennen, doch der wurde von einem Hausbesitzer aus der Ammer gefischt, von seiner Mutter ins Bett gesteckt und war am nächsten Tag wieder bei den Kameraden. Nach der Schulzeit, die der wenig fleißige, aber gute Schüler an der Oberrealschule in Reutlingen beendete, begann Otto Konz 1893 sein Studium an der Technischen Hochschule in Stuttgart, wo er nach sieben Semestern die erste Staatsprüfung im Bauingenieurfach abschloß. 1897 begann dann seine Ausbildung zum Regierungsbauführer in Ellwangen, die nach einer Versetzung nach Calw mit der Prüfungsarbeit "Talsperre der Enz bei Wildbad" am 1. Februar 1901 mit der Zweiten Staatsprüfung endete. Seine Arbeit hatte er versehentlich nach einem "Dämmerschoppen" mit dem Calwer Regierungsbaurat im Zug liegenlassen, war aber noch rechtzeitig dahintergekommen. Nachdem er seit 20. Januar 1902 Regierungsbaumeister im württembergischen Staatsdienst war, heiratete er am 8. Juli 1903 die Cannstatter Fabrikantentochter Antonie Weißenburger. Erste Pläne für die Neckarkanalisierung wurden zwischen 1905 und 1912 gefertigt, damals noch für Schiffe mit 600 und dann mit 1000 Tonnen Ladekapazität. Im Mai 1908 wurde Otto Konz zum Vorstand des Hydrographischen Büros, das der Ministerialabteilung für den Straßen- und Wasserbau direkt unterstand, bestimmt. In diesem Büro wurden unter seiner Leitung zwischen 1910 und 1912 Pläne und Kostenvoranschläge für den Ausbau des Neckars von Heilbronn bis Plochingen gemacht. Nach Abstechern nach Ulm und Reutlingen wurde Konz im Oktober 1917 Vorstand des Kanalbauamts in Stuttgart. Mit der Beamtenmentalität des Nichts-wagens hatte er in den letzten fünf Jahren zur Genüge Bekanntschaft gemacht. Nach dem Ersten Weltkrieg standen viele auf der Straße und hatten keine Arbeit. Otto Konz als Leiter des Kanalbauamts wurde von der Reichsregierung gefragt, ob er nicht Maßnahmen vorlegen könne, die hunderte in Arbeit stellen könnten. Zusammen mit dem vorgesetzten Ministerium legte er einen Kostenvoranschlag für die "Schiffbarmachung des Neckars und den Ausbau der Wasserkräfte zwischen Mannheim und Plochingen" in Höhe von 526 Millionen Mark vor, 263 Millionen Mark sollte das Reich bezahlen. Zur Ausführung dieses Unternehmens wurde per Verordnung der Reichsregierung vom 4. August 1920 die Neckarbaudirektion mit Sitz in Heilbronn gegründet, die Konz leiten sollte. Der Ingenieur wurde gleichzeitig in den Reichsdienst übernommen. Die Neckarbaudirektion wurde am 2. Juli 1921 in die Neckar-Aktiengesellschaft eingegliedert, die ein Stammkapital von 300 Millionen Mark auswies. Konz arbeitete in einem dreiköpfigen Vorstand mit, in dem jedes Mitglied sein eigenes Ressort verwaltete. Zum 1. April 1921 wurde er zum Strombaudirektor im Reichsdienst ernannt. Bis zur unrühmlichen Abschiebung in den Ruhestand unter den Nazis am 31. März 1938 war Otto Konz erstes Vorstandsmitglied der Neckar AG. Im Reichsdienst hatte er jedoch schon lange vor den Nazis Schwierigkeiten. Das Gerangel um Zuständigkeiten und die Auslegung von Vorschriften machte ihm schon in den zwanziger Jähren so zu schaffen, daß er 1929 um seine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand bat, was jedoch abgelehnt wurde. Durch seine Arbeit im Büro und auf den Baustellen half Konz entscheidend mit, daß am 28. Juli 1935 die elf Staustufen zwischen Mannheim und Heilbronn fertig waren und eingeweiht wurden. Konz war mittlerweile schon auf der "schwarzen Liste" der Braunhemden, die ihn bereits zum 2. Juni 1933 bis auf weiteres beurlaubt hatten. Anstoß dazu gaben einige Neider in Uniform oder, wie Otto Konz selbst schreibt, "charakterlich anrüchige Postenjäger". Trotzdem wurde der Strombaudirektor nicht in den Ruhestand versetzt, auch nicht, nachdem er 1937 nochmals nachgefragt hatte. Erst 1938 wurde ihm sein Wunsch erfüllt, endlich mit den "vom Gift der NSDAP durchseuchten, ungehemmten und meist hinterhältigen Angriffen ihrer Organe" nichts mehr zu tun zu haben. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs wurde Otto Konz von den Amerikanern gebeten, wieder die Geschäfte der Neckar AG zu übernehmen, allerdings als Treuhänder. So leitete er mit seiner großen Erfahrung das. Neckar-Unternehmen bis zur Vollendung und trat erst, wieder im Dienst als Präsident der Wasserstraßendirektion Stuttgart, am 1. Juni 1949 nochmals in den Ruhestand. Gleichwohl war Otto Konz als Aufsichtsrat in der Neckar AG noch lange mit seinem Lebenswerk betraut und weihte am 24. Mai 1955, seinem 80. Geburtstag, den ausgebauten Abschnitt zwischen Gemmrigheim und Marbach ein. Am gleichen Tag wurde ihm von der Landesregierung der Titel Professor verliehen. Als Otto Konz am 15. Juni 1965, bereits 90jährig, an einer Aufsichtsratssitzung "seiner" Neckar AG teilnehmen wollte, starb er, als er sich für die Fahrt dorthin fertigmachte. 202 Kilometer Wasserweg sind auf seine Initiative hin ausgebaut worden. Etliche hundert Millionen Tonnen Güter wurden seither auf dieser Wasserstraße transportiert, wichtigster Umschlagplatz: der Stuttgarter Hafen, den der Ingenieur im Ruhestand bauen half. Bietigheim hat einer Straße im Industriegebiet Laiern seinen Namen gegeben. Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), 19. Mai 1984 |
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