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Bietigheim-Bissingen 2007 |
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ETZELSTRASSE |
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Die Straße wurde benannt am 9. 02. 1954. |
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"Karl
(von) Etzel (auch: Carl von Etzel) (* 6. Januar 1812 in Stuttgart; † 2.
Mai 1865 in Kemmelbach bei Ybbs) war ein deutscher Eisenbahningenieur und
Architekt. Er schuf zahlreiche bekannte Eisenbahnstrecken, Brücken und
Viadukte (Bietigheimer Eisenbahnviadukt)." (Quelle: Wikipedia) |
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Meister des Brückenbaus
Die Etzelstraße in Bietigheim
(rh). "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm", heißt es im Sprichwort. So mag es nicht verwundern, daß Karl Etzel der Erbauer des Bietigheimer Enzviadukts geworden ist. Eberhard Etzel, sein Vater, baute als Oberbaurat den wichtigen Verkehrsweg zwischen Stuttgarts Stadtmitte und den Höhen auf den Fildern: die alte Weinsteige nach Degerloch. Obwohl Karl zum Theologen bestimmt war, setzte der technisch begabte junge Mann ein Studium am königlichen Polytechnikum Stuttgart durch, das er als Ingenieur und Architekt verließ. Neben dem Enzviadukt, einem seiner wichtigsten Bauten, war seine Hauptarbeit der Schienenverkehr in den Alpen. Weltberühmt wurde Karl Etzel durch den Bau der Eisenbahnüberquerung der Zentralalpen am Brenner. Schon früh zog es den 1813 in Heilbronn geborenen jungen Ingenieur nach Paris, in die Stadt der Maler und Baumeister, wo es seit 1747 bereits eine Schule für Straßen- und Brückenbauer gab, die "Ecole des Ponts et Chaussées". Vor allem die berühmten Seine-Brücken zogen ihn an. Als 23jähriger reichte er für den Bau der Eisenbahnbrücke über den berühmten Fluß bei Asnières einen Entwurf ein und erhielt einen Preis. Er durfte den Bau mitüberwachen. Nach einem Abstecher in die Heimat der neuen Technik und des Bahnbaues, England, baute er in Paris und Wien Bahnen und Hochbauten. 1839 erschienen Etzels erste Werke, darunter das Buch "Notwendigkeit und Ausführbarkeit einer Eisenbahn durch Württemberg". Als Architekt in Wien beschäftigt, erreichte ihn dort 1843 der Ruf, als Oberbaurat in die Dienste des württembergischen Königs einzutreten. Im gleichen Jahr hatten die Ständekammern beschlossen, von der badischen Landesgrenze bis zum Bodensee und von Ludwigsburg nach Heilbronn die Eisenbahnlinien zu erweitern, um nicht mehr länger den Nachbarn Baden und Bayern in der Entwicklung hinterherzuhinken. Auf die Empfehlung des österreichischen Eisenbahningenieurs Negrelli holte der König Karl Etzel. Aus England kam Professor Vignoles dazu. Noch im Herbst 1843 machte sich Etzel daran, die vorliegenden Bahnprojekte neu zu bearbeiten. Mit den ausländischen Experten zog er ins freie Feld und machte die erforderlichen Geländeaufnahmen zwischen Bruchsal und Friedrichshafen. Nebenbei hatte der Vielbeschäftigte noch Zeit, am 3. Juni 1847 Marie Gärttner zu heiraten. Sie war die Tochter des in Bietigheim geborenen württembergischen Finanzministers Karl Gärttner, zu dem Etzel einen guten Kontakt besessen haben muß. Schon vor Etzel hatte sich Gärttner beim König für das Eisenbahnwesen stark gemacht. Für den Übergang über die Enz suchte sich der Brückenbauer Bietigheim aus, das seit 1846 einen Bahnhof hatte. Daß es nun zum Knotenpunkt der West- und Nordbahn werden sollte, hatte bestimmt einen bedeutenden Einfluß auf die Weiterentwicklung des Enzstädtchens. In einem Gutachten schlug er im Oktober 1848 eine 1000 Fuß lange und 100 Fuß hohe Brücke vor. Mit dem Bau wurde nach den Wirren der Revolution von 1848 und nach der Einigung Württembergs und Badens über den genauen Verlauf der Weststrecke am 4. März 1850 begonnen. Am 20. September 1853 wurde das Meisterwerk eingeweiht. Beim Bau der Brücke, die schließlich 1,1 Millionen Gulden kostete, waren über 500 Arbeiter teilweise Tag und Nacht beschäftigt, bis die 5000 Tonnen an Keupersandsteinquadern "feinsten Korns", wie es in der Besigheimer Oberamtsbeschreibung hieß, verbaut waren. Vier Arbeiter kamen bei den Arbeiten ums Leben. für die vielen Verletzten richtete Stadtwundarzt Müller in der Holzgartenstraße 9 ein Lazarett ein. Noch vor dem Bauende folgte Karl Etzel einem Ruf als Oberingenieur der Schweizerischen Zentralbahn nach Basel und wechselte später nach St. Gallen. 1857 übernahm der 44jährige die Bauleitung der Kaiser-Franz-Joseph-Orientbahn in Wien. Die brückenreiche Strecke Wien-Triest entstand nach seinen Plänen. Das bedeutendste Werk seines Lebens ist jedoch die Überquerung der Zentralalpen auf Schienen. Die Linienführung der Brennerbahn machte ihn weltberühmt. Das Ende dieses Mammutwerkes erlebte der Erbauer nicht. Im November 1864 erlitt Karl Etzel einen Schlaganfall, von dem er sich noch einmal erholte. Nach einem Rückfall starb der Brückenbauer und Architekt auf der Zugreise von Wien nach Stuttgart bei Linz in einem Eisenbahnwaggon. Seine Leistung und seine Lehren würdigten Freunde und Schüler 1892 durch ein Bronzedenkmal auf dem Brennerpaß. Die Stadt Bietigheim gab einer Straße im Industriegebiet Laiern zu Ehren des Baumeisters ihren Namen. Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), 13. August 1983 |
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