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Bietigheim-Bissingen 2007 |
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SUDETENSTRASSE |
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Die Straße wurde benannt am 9. 02. 1954. Verlängerung wurde beschlossen am 3. 5. 1956. Vom 6.11.36 bis zum 28.11.47 hieß die jetzige
Friedrich-Naumann-Straße "Sudetenstraße"; hier ist der Name
also gewandert. |
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"Die Sudeten (tschechisch und polnisch Sudety) sind ein Gebirgszug, der die nordöstliche Umrandung des Böhmischen Beckens zwischen dem Zittauer Becken und der Mährischen Pforte bildet." (Quelle: Wikipedia) |
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![]() Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), 9. Februar 1985 Land der großen WälderDie Sudetenstraße in Bietigheim(rh). Die Sudeten sind eigentlich ein 150 Kilometer langer und bis zu 60 Kilometer breiter Gebirgszug, der östlich des Elbsandsteingebirges beginnt und bis zur Mährischen Pforte reicht. Größere politische Bedeutung erlangte dieser Landstrich erst, als die Einwohner, in ihrer Mehrzahl Deutsche, die bereits ab dem 13. Jahrhundert dorthin gesiedelt waren, mit den Tschechen, der fremden Regierung, nicht mehr zurechtkamen. Der Ausdruck Sudetendeutsche wurde erst 1919 zu einem allgemeinen Begriff für die etwa 3,5 Millionen Menschen zählende deutsche Volksgruppe in der Tschechoslowakei. Zu den Westsudeten gehören das Lausitzer-, Iser, Riesen- und Glatzer Gebirge mit der 1603 Meter hohen Schneekoppe als höchster Erhebung im Riesengebirge. Die Ostsudeten bestehen aus dem Altvatergebirge mit dem 1492 Meter hohen Altvater und der Niederen Gesenke. Das Gebirge kann als Wasserscheide bezeichnet werden, denn die Wasser fließen zu Oder und Donau ab. Typisch für die Besiedlung waren die vielen Waldhufendörfer, die deutsche Bauern bereits im 13. Jahrhundert angelegt hatten. Ebenfalls im 13. Jahrhundert kamen deutsche Bergleute in das Land der großen Wälder und gründeten die ersten Bergbaustädte nach deutschem Recht, wie Goldberg, Reichenbach im Eulengebirge, Reichenstein oder Schmiedeberg im Riesengebirge. Auch die Weberei faßte bereits im Mittelalter Fuß. Der ungeheure Holzreichtum führte dazu, daß schon ums Jahr 1500 Glashütten eingerichtet wurden. Ferner konnte sich eine bedeutende Papierindustrie ansiedeln. Aus dem angebauten Flachs ließ sich Leinen herstellen, später wurde auch noch Baumwolle verarbeitet. Das Deutschtum in den Sudeten hat eine lange Tradition, so auch die Bräuche der Menschen, wie ihr Volkstanz, ihre Musik, die Volkserzählungen und Jahresfeste. Den Begriff Sudetendeutsche für die Deutschen in diesen Gebieten Böhmens, Mährens und Schlesiens. hatte Franz Jesser schon 1902 geprägt. Dieser Begriff wurde beim Vertrag von St. Germain-en-Laye 1919 aufgenommen und offiziell verwendet. Am 28. Oktober 1918 war die CSR gegründet worden. Seither hatten die sudetendeutschen Abgeordneten im Wiener Reichsrat darauf gedrängt, zu Österreich zu kommen. Doch schon im November und Dezember 1918 wurde die tschechische Militärübermacht so groß, daß sich die Sudetendeutschen fügen mußten. Sie wurden nach diesem Vertrag einfach in die Tschechoslowakei einverleibt. Obwohl das Volk die fremde .Regierung in den 20er Jahren respektierte, gelang es den Tschechen nicht, die Menschen fest zu integrieren. Einzelne sudetendeutsche Führer machten Propaganda gegen die Tschechen und verlangten Selbständigkeit. Am 1. Oktober 1933 gründete Verbandsturnwart Konrad Henlein die Sudetendeutsche Heimatfront, die 1935 im April in die Sudetendeutsche Partei umgewandelt wurde. Die Partei bekannte sich zur deutschen Kultur- und Schicksalsgemeinschaft" und erzielte gute Wahlergebnisse. Sponsor war die NSDAP. Schon bei der Wahl 1935 erreichte sie 44 der 66 von Deutschen gewonnenen Sitze. 1938 trat Henlein offen für die Nationalsozialisten ein. Nach dem Münchner Abkommen, in dem Hitler kampflos die sudetendeutschen Gebiete der Tschechoslowakei abnahm, wurde die Partei am 11. Dezember 1938 in die NSDAP eingegliedert. Henlein rückte zum Reichskommissar und 1939 zum Gauleiter und Reichsstatthalter im Reichsgau Sudetenland auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden fast alle Sudetendeutschen aus ihrer Heimat vertrieben. Bereits 1950 wurde der Bundesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaften gegründet. Ihre Sprecher waren Dr. Lodgman von Auen (bis 1957), Hans-Christoph Seebohm (bis 1967), Walter Becher (bis 1982). Jetzt führt Franz Neubauer die Landsmannschaften an. Seit 1951 erscheint die Sudetendeutsche Zeitung, das Hauptorgan der Vertriebenen. Jahr für Jahr finden besondere Treffen an Pfingsten statt, wo die Menschen ihre Heimatverbundenheit zum Ausdruck bringen und das Recht auf ihre Heimat und die Selbstbestimmung fordern. Aspekte sind dabei aber auch der Gedanke an ein geeintes Europa und die Verständigung mit den Völkern Osteuropas. Bietigheim hat der Sudetendeutschen gedacht und eine Straße im Buch nach deren alter Heimat benannt. Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), 9. Februar 1985 |
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