Bietigheim-Bissingen 2007
"anno MMVII"


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FRIMLEYSTRASSE

Die Straße wurde benannt am 20. 02. 1973.

Sie sollte eigentlich "Leipziger Straße" heißen: 19. 9. 72

Namengebend: Frimley, Teilort der britischen Partnerstadt: "Welcome to Surrey Heath
Surrey Heath comprises the beautiful villages of Windlesham, Bagshot, Chobham and Frimley as well as the main centre of Camberley. The historic towns of Farnham and Guildford are nearby, and the city of Winchester with its glorious cathedral and attractive shopping centre is easily accessible along the M3 motorway." (Quelle: Seite von Surrey Heath) 


Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"),
7. Juli 1984

An "schwarzen Wassern" und in der Heide

Die Frimley- und die Camberleystraße in Bietigheim

(rh). Von der Partnerschaft mit vier Städten künden Schilder, die an den Hauptzufahrtsstraßen zur Stadt stehen. Darunter wird Surrey Heath genannt, die englische Partnerstadt, 40 Kilometer südwestlich von London. Erst seit 1. April 1974 gibt es diesen Namen für den Stadtbezirk, der zuvor Frimley und Camberley hieß und aus den Stadtteilen Camberley, dem Hauptort, Yorktown, Frimley, Frimley Green, Mytchett, Deepcut und Blackdown bestand. Beim Zusammenschluß zu Surrey Heath kamen noch Chobham mit seinen 120 Meter hohen Hügeln hinzu, Bisley, Lightwater, West End und Windlesham sowie ein Teil von Sunningdale. Die Stadt hat teils ländlichen Charakter und liegt, zwischen dem See von Mytchett und der Heidelandschaft bei Camberley. Der Blackwater River, der Schwarzwasserfluß, fließt im Südwesten an Frimley vorbei und bildet die Grenze zum Bezirk Hampshire. Der Stadtbezirk Frimley und Camberley hatte früher eine Fläche von über zwölf Quadratmeilen. Die Landschaft bildete einst den südlichen Abschnitt der königlichen Jagd von Windsor.

Frimley ist der älteste Teil des Stadtbezirks und geht auf die Sachsenzeit zurück, also ins 5. Jahrhundert. Der Name kommt von Fremma's leah, wobei leah eine Waldlichtung bedeutet. Später wurde daraus Fremelsworth. Von der Sachsenzeit bis 1537 gehörte der Ort den Mönchen von Chertsey. 1606 wurde eine Kirche gebaut, die aber für die wachsende Bevölkerung zu klein wurde. 'Deshalb wurde 1825 ein neues Gotteshaus erstellt, die Sankt-Peter-Kirche. Auf dem dortigen Friedhof sind berühmte Persönlichkeiten begraben.

In einer Beschreibung in einer Gazette aus den Sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist zu lesen, der Ort sei schön gelegen, habe eine Brücke über den Blackwater River, eine Poststelle und eine Schule. Neben der Kirche gab es im Ort schon damals eine Baptisten-Kapelle. 1861 standen 470 Häuser, in denen 2683 Menschen lebten, 901 mehr als noch zehn Jahre zuvor.

Frimley und vor allem Frimley Green haben ihren ländlichen Charakter bis heute bewahrt. Durch Frimley Green führt der Basingstoke-Kanal, der 1778 nach einem vom Parlament in Westminster verabschiedeten Gesetz gebaut wurde. An beiden Orten, die etwa eine Meile voneinander entfernt liegen, führt die Eisenbahnlinie an die Südküste vorbei. Das bedeutendste Gebäude in Frimley ist Frimley Park, dessen südlicher Teil 1780 gebaut wurde, die Westfront mit dem Eingang stammt aus dem 20. Jahrhundert. Dort werden Kadetten der Armee ausgebildet. Auf dem Gelände steht außerdem ein 590-Betten-Krankenhaus, das als Modell ab 1970 aufgebaut wurde. Beide Orte bieten viele Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten.

Camberley ist erst mit der Gründung der Königlichen Militär-Akademie Sandhurst im Jahre 1809 entstanden. Mit dieser Drillschule, die sich auf 200 Hektar ausdehnt, wuchs der Ort. 1850 wurde noch die Hochschule für Stabsoffiziere gebaut und beide Militäreinrichtungen machten den Namen des Ortes weithin bekannt. Auch Winston Churchill machte die Aufnahmeprüfung, schaffte sie aber erst beim dritten Versuch. Die Abschlußprüfung war besser. Churchill schrieb die achtbeste Note von 150 Absolventen.

Früher hieß Camberley Cambridge Town und bestand aus wenigen, zerstreut in der Heideland liegenden Häusern. Im Museum der Stadt sind vorgeschichtliche Werkzeuge ausgestellt und römische Funde, die auf frühe Siedlung schließen lassen. Später wurde aber wieder Weideland daraus.

Heute ist Camberley das Zentrum von Surrey Heath. In den Siebziger Jahren wurde kräftig saniert und ein Einkaufszentrum errichtet. Ein Parkhaus faßt 1000 Autos. In Camberley befindet sich auch die Stadthalle, die 500 Leute faßt. Sollte eine Oper aufgeführt werden, sitzt das Orchester im eigens dafür eingerichteten Orchestergraben. Im Nationalen Armee-Museum, das von Königin Elisabeth II. persönlich im Jahre 1960 eröffnet wurde, sind Ausrüstungsgegenstände der britischen Armee seit ihrer Gründung im Jahre 1660 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zu sehen. In der Stadtbücherei stehen über 40 000 Bücher den Ausleihern zur Verfügung. An der London Road kann im Blue Pool-Freibad gebadet werden. In Camberley residiert auch ein Golfclub.

Bis zum Zusammenschluß 1974 zu Surrey Heath zählte Frimley und Camberley bereits über 43 000 Einwohner. Da die Verbindung nach London mit Bus, Bahn und auf der Autobahn gut ist, wohnen die Leute gern in dieser landschaftlich schönen Heide- und Waldgegend.

Mittlerweile besteht die Partnerschaft zu der jetzt rund 70 000 Einwohner zählenden Stadt seit Oktober 1971. Erste Kontakte hatte es schon im Frühjahr 1969 gegeben, als Alt-Oberbürgermeister Mai mit einer Delegation Frimley und Camberley besuchte. Surrey Heath pflegt auch mit Sucy-en-Brie eine Partnerschaft, die älter ist als die zu Bietigheim-Bissingen. Durch beider Städte Verbindungen zu Sucy-en-Brie kam es zu der Partnerschaft, der vierten, die die Stadt geschlossen hat.

Die Stadt hat zwei Straßen im Buch die Namen des früheren Stadtbezirks Frimley und Camberley gegeben.

Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), 7. Juli 1984

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