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Bietigheim-Bissingen 2007 |
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SCHUBARTSTRASSE |
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Die Straße wurde benannt am 29. 09. 1932. |
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"Christian Friedrich Daniel Schubart (* 24. März 1739 in Obersontheim in der damaligen Grafschaft Limpurg, jetzt Landkreis Schwäbisch Hall; † 10. Oktober 1791 in Stuttgart) war ein deutscher Dichter, Organist, Komponist und Journalist." (Quelle: Wikipedia) Bietigheimer Schubartstraße am 17.12.74 der Goethestraße zugeschlagen. |
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Vollnatur mit Asperg-Schicksal
Die Schubartstraße in Bissingen
(rh). Mehr als zehn Jahre Kerker auf dem Hohenasperg prägten das Leben des Christian Friedrich Daniel Schubart. Und keiner weiß wirklich, weshalb er dort eigentlich einsitzen mußte. Man kann dem Wort glauben, das Konrad Gaiser in den "Schwäbischen Lebensbildern" vom Fürsten Kraft Ernst von Öttingen-Wallerstein zitiert, das dieser über den Schriftteller Wekherlin sagte: "Lasse ich ihn los, so geht er in ein ander Land, und dann geht es über mich her; überdies hat er ja an nichts Mangel, er kann auf dem Schloß spazieren gehen und die freie Luft genießen, so wie er will." Dieser Zynismus gehörte zum Stil eines absoluten Herrschers und kleinen Tyrannen, von denen auch Herzog Karl Eugen, der Schubart heimtückisch verhaften ließ, einer war. Obwohl der Dichter und Musiker Schubart immer wieder für das Schwäbische kämpfte, war er eigentlich fränkischen Ursprungs. Geboren wurde er am 24. März 1739 in Obersontheim, zog jedoch mit seiner Familie, dessen Oberhaupt Geistlicher, Präzeptor und Musikdirektor dort werden sollte, 1740 nach Aalen. Nach seiner Schulzeit dort ging Christian zum Studieren nach Erlangen, doch sein Theologiestudium endete nicht mit einem Examen, sondern dem ersten Karzer in seinem Leben. Nach einer Zwischenstation in Geislingen, wo er seine Frau Helene heiratete, kam er 1769 in die herzoglich württembergische Residenz nach Ludwigsburg, wo er sich als Organist und Musiklehrer sein Brot verdiente. Doch wegen allzu grober Ausschweifungen wurde er inhaftiert und aus Stadt und Land gejagt. Schubart war eben "eine Vollnatur im Sinne der Stürmer und Dränger", wie Gaiser ihn bezeichnet, unfähig zu geregelter Arbeit, eher ein "Genießer der guten Stunden", ein unbürgerlicher Mensch. Dieses Leben setzte er, nachdem ihm seine Frau weggelaufen war, auch in Augsburg und Ulm fort. Vielleicht, so vermuten einige Experten, hat ihn deshalb der gegen ihn verstimmte österreichische Statthalter in Ulm, General Ried, in Wien angeschwärzt und Schubart fiel diplomatischen Zwängen zum Opfer. Jedenfalls wurde er ins württembergische Blaubeuren gelockt und dort von Schergen Herzog Karl Eugens am 23. Januar 1777 heimtückisch festgenommen. Erst am 11. Mai 1787 öffneten sich wieder die Tore der Bergfeste Hohenasperg. Während er gefangen war, konnte sich Schubart nach den ersten Zeiten der strengen Haft am Leben einer Kleinstgarnison beteiligen. Er war Organist in der Kirche, Flügelspieler bei gesellschaftlichen Anlässen, Musiklehrer in Offiziersfamilien und Dichter der vielzähligen Festgedichte. Auf dem Hohenasperg brachte er den ersten Band seiner Gedichte zustande, außerdem ist die Erzählung seines Lebens, die "Deutsche Chronik" zum großen Teil dort entstanden, beides Werke, die anerkannt waren. Überhaupt hatte er in Gefangenschaft seine beste Schaffenszeit. Sein Dichten hat Schubart selbst einmal so bezeichnet: "Ich habe zwei poetische Pferde im Stall, einen Postgaul und ein Flügelroß." Damit spielte er auf seine Lust an der eher derben Umgangssprache und auf seine musikalisch-lyrische Ader an. Insgesamt bezeichnet ihn Gaiser als einen "der originellsten Journalisten seines Jahrhunderts". Außerdem sei er vor Friedrich Schiller der bedeutendste Dichter des Schwabenlands gewesen. Nach seiner Haft kam Schubart wieder in Amt und Würden. Vom Herzog wurde er zum herzoglichen Theaterdirektor in Stuttgart bestellt. Dort nahm er die Arbeit an seiner "Deutschen Chronik" wieder auf. Schubart starb 52jährig am 10. Oktober 1791. In Bissingens "Dichterviertel" trägt eine Querspange von der Bahnhofstraße zur Ludwigsburger Straße seinen Namen. Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), 29. Oktober 1983 |
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