Bietigheim-Bissingen 2007
"anno MMVII"


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ZEPPELINSTRASSE

Die Straße wurde benannt vor 1940. 

"Ferdinand Adolf Heinrich August Graf von Zeppelin (* 8. Juli 1838 in Konstanz im Gebäude des Inselhotels; † 8. März 1917 in Berlin), im Volksmund auch „der Alte vom Bodensee“ genannt, war ein deutscher General und Luftschiffkonstrukteur." (Quelle: Wikipedia)


Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), Datum verloren

Nach dem Spott der Triumph

Die Zeppelinstraße in Bissingen

(rh). Schicksalsschläge hat er einige einstecken müssen, doch daran reifte sein Werk. Sein gesamtes Vermögen hatte Graf Ferdinand von Zeppelin in seinen Traum von einem lenkbaren Luftschiff gesteckt, doch das Geld war weg und der Riese der Lüfte immer noch am Boden. Erst sein drittes Luftschiff, das Z 3, brachte ihm den gewünschten Erfolg und der Welt die lange erwartete Sensation. Die großen Triumphflüge um die Welt erlebte der Graf nicht mehr, auch nicht die Katastrophe vom 7. Mai 1939, als das letzte Luftschiff, die "LZ 129 Hindenburg", bei der Landung auf dem Flugplatz Lakehurst in den USA nach einer Explosion in Flammen aufging und innerhalb weniger Minuten nur noch ein glühendes, verbogenes Metallgerippe und unzählige Tote zurückblieben.

Der Vater der Luftschiffahrt kam am 8. Juli 1838 in Konstanz zur Welt. "Die beste aller Mutter", wie er sie später einmal bezeichnete, ließ ihn eine frohe Kindheit in der reizvollen Bodenseelandschaft erleben. Als er fünf Jahre alt war, gaben ihm Bekannte den Beinamen "Knöpfleschwab". 1853 besuchte er die Polytechnische Schule in Stuttgart. Nach dem Abschluß der Kriegsschule in Ludwigsburg wurde er 1858 Leutnant im 8. Württembergischen Infanterieregiment. Später studierte er in Tübingen mit Vorliebe mechanische Technologie, Chemie und volkswirtschaftliche Fächer.

Seine Wanderjahre begann Graf Zeppelin 1863 mit einer Reise in die Vereinigten Staaten. Dort stieg er erstmals in einen Freiballon. Als Hauptmann erlebte er dann den Krieg Preußens gegen den Deutschen Bund und den deutsch-französischen Krieg von 1870/71. Danach wurde er württembergischer Gesandter in Berlin und traf auch Bismarck. Seine Laufbahn beendete er 1890 als Generalleutnant. Fortan lebte er nur noch für seine Idee, ein Luftschiff zu bauen.

1874 hatte der 36jährige einen Vortrag von Generalpostmeister Stephan über "Weltpost und Luftschiffahrt" gehört, ein Thema, das ihn seither nicht mehr losließ. Zeppelin überlegte Jahre und veröffentlichte seine Pläne erst, als er sich vollkommen sicher war. Der Stuttgarter Theodor Kober half ihm bei seinen Arbeiten zum ersten Luftschiff. 1887 hatte Zeppelin dem König in einer Denkschrift geschrieben: "Wenn überhaupt Luftschiffe möglich sind, so ist es meines!" Trotzdem versagte ihm der König die Unterstützung. Der Graf ließ sich auch nicht beirren, als ihm 1893 eine Kommission der Militärverwaltung die Ausarbeitung fertiger Entwürfe verbot.

Doch die Finanzierung seiner Vorhaben wurde immer schwieriger, sein Vermögen ging zur Neige. Unter allen Umständen brauchte er 800 000 Goldmark. In seiner Not half ihm der Verein Deutscher Ingenieure. Nach trostlosem Warten über Monate hinweg kam die Hilfe. Im Mai 1898 gründete Zeppelin die Aktiengesellschaft zur Förderung der Luftschiffahrt und begann mit der ersten "aufgeblasenen Zigarre". Die Welt erwartete eine Sensation.

Vor einer unübersehbaren Menschenmenge sollte am 2. Juli 1900 der Start erfolgen, doch nichts geschah: die Fehlkonstruktion hob nicht ab. Zeppelin mußte den Spott ertragen. Zum Bau seines zweiten Luftschiffs fehlte ihm wieder das Geld, doch diesmal half König Wilhelm II. Der erste Probestart glückte, ein Sturm vernichtete aber das Z 2 bei Kißlegg im Allgäu. Nach dem Spott beim ersten Fehlversuch vertrauten immer mehr Leute darauf, daß der Graf Erfolg haben werde. Wiederum mit Hilfe des Königs baute er das dritte Luftschiff, das am 3. Oktober 1906 seinem Erfinder den Triumph und der Welt die Sensation brachte.

Wenn der fliegende Graf später in die Lüfte stieg, folgten begeisterte Zuschauer mit den Augen dem Flug des starren, gasgefüllten und mit Baumwollstoff überzogenen Leichtmetallgerüsts. Mehrmals wurde die "Riesenzigarre" über Bissingen gesichtet, da Gottlob Grotz in seiner Fabrik die Antriebsmotoren hergestellt hatte. So warf Zeppelins Mitarbeiter Dr. Hugo Eckener, der in den Zwanziger Jahren um die Welt und mehrfach über den Atlantik flog, am 10. September 1910 vom Luftschiff "Bodensee" eine Karte über der Grotzschen Fabrik ab, worauf er bat, ihm gewisse Ersatzteile auf den Cannstatter Wasen zu schicken.

Zeppelin hatte künftig keine Finanzprobleme mehr. 1909 gründete er die Luftschiffbau-Zeppelin GmbH in Friedrichshafen. Mehrere Verbesserungen wurden durchgeführt. Auch der Wetterdienst stellte seine Beobachtungen zur Verfügung. Im Jahr 1911 wurde der Bau der "Schwaben" mit ihren drei Maybach-Zeppelin-Motoren beendet. Im Krieg benutzte man die Luftriesen als Bomber.

Mitten in diesem grausamen Völkerschlachten starb Graf Zeppelin am 8. März 1917. Bissingen gab einer Straße im Industriegebiet seinen Namen.

Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), Datum verloren

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