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Bietigheim-Bissingen 2007 |
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HEILNERSTRASSE |
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Die Straße wurde benannt am ... (Datum bisher unbekannt). Diese Straße ist ein Beispiel dafür, dass eine Straße fast ein Schicksal wie ein Mensch erfahren kann. Wie unten nicht zu lesen,
aber der Kartothek von Herrn Roemer zu entnehmen ist, war
David Heilner Sohn eines jüdischen Lehrers; deshalb geriet sein Name nach
seinem Tod in die Mühlen der Geschichte. "§
25. Neun Jahre später war das Dritte Reich vorbei; wieder beriet man im Gemeinderat, diesmal so: "§
10 Ein halbes Jahrhundert später werden die DLW-Tennisplätze verkauft und bebaut. Vorne an der Felskante, auf der linken Seite der Heilnerstraße, werden acht Einfamilien-Bungalows errichtet. Eines Tages verschwinden die alten Straßenschilder mit "Heilnerstraße", und das südliche Stück der Heilnerstraße wird der Straße "Im Aurain" zugeschlagen, obwohl diese damit einen 90o- Knick aufweist. In den Gemeinderatsprotokollen der Zeit erhält man keinen Hinweis auf einen Umbenennungs-Beschluss. (Fettdruck oben von mir) |
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David Heilner: * 25. 12. 1845, + 21. 8. 1925, 1899 Mitgründer der "Linoleumwerke Nairn AG", ab 1921 Vorsitzender des Aufsichtsrats, und Richard Heilner (dessen Sohn): * 22. 3. 1876, + 13. 2. 1964, Generaldirektor der DLW bis 1931. Erhellend für den Zusammenhang die Ausführungen in der Kartothek von Herrn Roemer: "Heilner "Die
Aktiengesellschaft "Deutsche Linoleum-Werke, Bietigheim" Der Auszug der Kartothek ist die Vorlage für Roemers Buch der "Geschichte ...". Dr. Richard Heilner konnte wohl den Entwurf zur Kenntnis nehmen und schreibt in seinem Brief an Professor Roemer vom 16. Mai 1951: "Für die Übersendung des nun abgeänderten Entwurfs betreffend Deutsche Linoleum-Werke danke ich bestens. Ich glaube, dass diese Fassung nun passieren kann. Sie stellt allerdings das Minimum dar von dem, was ich als Anerkennung für meine Lebensleistung in der Chronik der Stadt Bietigheim erwartet hätte." (Fettdruck von mir) |
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![]() Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), 21. Januar 1984 Linoleum brachte den AufschwungDie Heilnerstraße in Bietigheim(rh). Er war schon 54 Jahre alt, als er in Bietigheim sein Lebenswerk begann. Doch David Heilner, der bereits in Stuttgart und dem schottischen Dundee mit der Firma Gebrüder Heilner als Händler vertreten war, hatte etwas besonders Großes vor. Seine Entschlüsse waren von der Erkenntnis geleitet, daß ein großes Unternehmen alle bereits bestehenden acht deutschen Linoleum-Werke überflügeln könne, wenn es in großzügiger Weise ausgerüstet, organisiert und in seinen Leistungen vorbildlich war, schrieb Hermann Rombach in einer Würdigung von Heilners Verdiensten. David Heilner suchte einen Geldgeber und fand ihn in seinem schottischen Freund, dem späteren Baronet Michael Barker Nairn, einem Fabrikanten aus Kirkcaldy in Schottland. Von den 300 000 Mark, einem Viertel des Grundkapitals, die am 25. April 1899 bei der Gründung der "Linoleum-Werke Nairn A.-G." in der Württembergischen Vereinsbank Stuttgart eingezahlt wurden, stammten zwei Drittel von Nairn und ein Drittel von David Heilner und seinem Sohn Richard Heilner, der vom Vater gleich mit in die Geschäftsführung aufgenommen worden war. David Heilner leitete das Unternehmen als Vorstand. Zehn Hektar Fläche hatte Heilner in Bietigheim aufgekauft, von denen in den ersten Jahren lediglich zwei Hektar überbaut wurden. Beim Ankauf der zahlreichen Parzellen war ihm der damalige Schultes Wilhelm Mezger behilflich, der es fertiggebracht hatte, daß die Grundstücksbesitzer für den Quadratmeter nur eine Mark verlangten. Sonst wäre Heilner wohl nach Heilbronn oder Mannheim gezogen. Die bedeutendsten Linoleum-Werke standen damals auf der britischen Insel, und eins davon gehörte Nairn in Kirkcaldy. Dorthin wurde Architekt Paul Manz geschickt, um sich umzusehen, wie ein Linoleum-Werk aufgebaut werden könnte. Mitte September wurden die Bauarbeiten ausgeschrieben und schon vor dem Baubeginn waren die Gleisanschlüsse fertiggestellt. Über 700 Bauarbeiter reichten nicht aus, um das Projekt schnell vorwärtszubringen, deshalb wurde Nachtarbeit eingeführt. 60 bis 65 Waggonladungen, also etwa zwei Güterzüge Material wurden täglich verarbeitet. Im Juli 1900 wurde mit der Montage der Maschinen begonnen. Die ersten beiden Dampfmaschinen, ist bei Hermann Roemer in der "Geschichte der Stadt Bietigheim" zu lesen, leisteten zusammen bereits 2300 PS. Mit 2000 PS wurde bald die damals größte in Süddeutschland noch angeschafft. Sofort begann die Firma mit der Herstellung aller Arten von Linoleum, wobei das sogenannte "Inlaid" aus Bietigheim, ein mit Schablonen gefertigtes Produkt, bald einen guten Namen hatte. Nach und nach vergrößerte Heilner das Grundkapital. Schon seit 11. Oktober 1900 hieß seine Firma "Germania Linoleum Werke Aktiengesellschaft". Bereits 1905 wurde der Geschäftsmann vom König für seine Verdienste um die württembergische Industrie zum Kommerzienrat ernannt. 1906 wurden 28 Wohnungen, die "Köpenick-Siedlung", für den Arbeiterstamm geplant, die 1907 bezugsfertig waren. Für die Angestellten entstanden Wohnungen im Auraingebiet. Das Stammkapital war damals schon auf drei Millionen Mark erhöht worden., Preiskämpfe brachten 1907 dann erste Verluste, die Heilner jedoch verkraften konnte. 1909 schlossen sich die deutschen Linoleum-Werke gegen die englische Konkurrenz zu einem Verbund zusammen. 1910 betrug die Produktion in Bietigheim zehn Millionen Quadratmeter aller Sorten. Während des Ersten Weltkriegs stieg sein englischer Teilhaber aus der Firma aus und die Heilner-Gruppe übernahm die Anteile. 1921 wurde wieder mit der Produktion begonnen. Die Nachfrage nach Linoleum war nach den Kriegsjahren besonders groß, weshalb schon 1922 das Werk erneut erweitert werden mußte. David Heilners Linoleum und Wirken brachte der Stadt den Aufschwung. Von steuerlichen Pflichten war seine Firma bis 1910 von der Stadt befreit worden. Doch das Baugewerbe hatte beim Aufbau der Stadtteile Köpenick und Aurain viel zu tun. Auch wurden immer mehr Menschen von auswärts angezogen. David Heilner trat im Juli 1922 aus dem Vorstand zurück und übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat. Er starb am 21. August 1925 im Alter von nahezu 80 Jahren. Die Stadt hat ihm zu Ehren einer Straße im Aurain seinen Namen gegeben. Bietigheimer Zeitung, Kolumne "Straßennamen" ("rh"), 21. Januar 1984 |
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